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der 24.Juni 2021

"Respektbitte! Warum?"

Wenn Beziehungen vergleichbar sind mit einer Glasscheibe – dann müssen diese auch mit ebenso viel Vorsicht und Respekt behandelt werden.

Respekt ist, per definitionem, eine „unaufdringliche, durchschlagende Kraft, der Stoff, aus dem Gleichheit und Gerechtigkeit gemacht sind“.

Was heißt das genau? Nun es heißt, andere mit Rücksicht und Wertschätzung zu behandeln, auf die Gefühle anderer Rücksicht zu nehmen, Menschen zuzuhören und anderen seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Respekt bedeutet auch, andere mit Würde zu behandeln, ich spreche hier also vom Gegenteil von Demütigung und Verachtung – wenn Sie jemanden mit Respekt behandeln, vermeiden und/oder transformieren Sie Konflikte.

Im Prinzip fängt fehlender Respekt da an, wo jemand die eigene Grenze anfängt zu ziehen oder sich falsch behandelt fühlt. Auf der einen Seite bedeutet Respekt also, freundlich miteinander umzugehen, ja, wohlwollend miteinander umzugehen – aber auch, mit Achtsamkeit auf eine Situation zu schauen: Wo wird es für mein Gegenüber womöglich zu viel, wo überschreite ich Grenzen?

Respekt bedeutet auch ein langsames in Kontakt gehen, um zu spüren – wann fangen die Stacheln des anderen an zu piksen, wie bekomme ich Kontakt zu meinem Gegenüber und wo liegen die Grenzen desselben? Es geht also darum, vorsichtig Kontakt zu suchen – und dies gelingt immer dann, wenn Sie von Herzen aufeinander zugehen, liebevoll auf Ihr Gegenüber zugehen und offen sind.

Dies gilt auch im Business in Verhandlungen: Gehen Sie auf die Person an sich ein, hören Sie genau zu, auch wenn Sie vielleicht nicht hinter der Position derjenigen Person stehen. Seien Sie sich dieser möglichen Ambivalenz bewusst und halten Sie diese aus: Was will mein Gegenüber – was will ich; und finden Sie Möglichkeiten, dies in friedlichen Dimensionen aufzulösen.

Sie müssen eine Person oder deren Standpunkt nicht verstehen, um ihr Respekt zu gewähren. Dies ist die hohe Kunst in der Lösung von großen Konflikten.
In meinen Augen ist es mit dem Respekt in Beziehungen wie mit einer Glasscheibe. Die Glasscheibe steht in diesem Bild für die Beziehung, der Respekt ist die Art und Weise, wie Sie mit dieser Beziehung umgehen. Dies ist selbstverständlich je nach Beziehung sehr individuell.

Wenn Sie nun beispielsweise einen Stein ohne Rücksicht werfen, dann ist die sehr wahrscheinlich Scheibe kaputt, und Sie können sie auch nicht einfach wieder zusammenbauen. Wenn Beziehungen also vergleichbar sind mit einer Glasscheibe – dann müssen diese auch mit ebenso viel Vorsicht und Respekt behandelt werden. Sie würden ja wohl kaum mit harten Gegenständen auf Glasscheiben losgehen, also versuchen Sie auch Ihre Beziehungen mit Vorsicht anzufassen – damit diese eben gerade nicht kaputt gehen.

der 23.Juni 2021

Geht es im Leben nur um Geld und Business? Oder sollten wir vielmehr auf eine Balance aus Geld, Glück und Gesundheit achten? In dem Buch Geld und Glück verhandeln zeigt Jörg Köck ein holistisches Verständnis rundum das Thema Verhandeln.

[AK]: Lieber Jörg, du hast gerade ein Buch geschrieben „Geld und Glück verhandeln“. Wie bist du denn auf den spannenden Titel gekommen?

[JK]: Das war ein ziemlich heftiger Persönlichkeitsentwicklungsprozess für mich. Ich bin nicht so jemand, der gerne im Mittelpunkt steht. Auf der einen Seite schon, auf der anderen Seite überhaupt nicht. Und Werbung für sich zu machen, hat für mich noch den Stallgeruch von etwas unangenehm zu sein, oder das tut man nicht, das ist nicht anständig. Und dann Titel zu formulieren, die auffallen, wie „Geld und Glück verhandeln“ oder „Glück und Geld verhandeln“, das hat mich schon Mühe gekostet. Irgendwann kam ich darauf: Meistens wird Geld verhandelt und die andere Qualität ist die Beziehung. Dann habe ich gesagt, das hat doch sehr viel mit Glück zu tun.

[AK]: Dass man Geld verhandeln kann, ist alltäglich, aber wie lässt sich denn Glück verhandeln?

[JK]: Naja, die Art wie ich verhandle, gestaltet Beziehungen. Ich kann Geld so oder so verhandeln, ob ich eben die Beziehung zerstöre oder sie aufbaue. Und das Einzige, was uns nachhaltig glücklich macht, sind Beziehungen. Beziehungen mit Mitarbeitern, mit Mitmenschen, mit Chefs, mit Partnern, mit Lieferanten, mit Kunden – all das sind auch Beziehungen, und auch im privaten Bereich, es ist entscheidend, wie ich mich gebe, für die Qualität der Beziehung.

[AK]: Und was meinst du damit genau, das habe ich noch nicht verstanden, wie lässt sich denn Glück verhandeln? Kannst du da vielleicht ein Beispiel dafür bringen?

[JK]: Nehmen wir mal an, du möchtest ein gebrauchtes Auto von deinem Kumpel kaufen. Das hat tendenziell ja das Potenzial eine Freundschaft kaputtzumachen. Deswegen sagen die meisten Leute, ein Auto kaufen sie nicht von ihrem Freund. Jetzt hat der aber ein schönes Auto und möchte auch viel Geld dafür haben. Dann ist die Frage, wie gehe ich damit um?

Kann ich Wünsche äußern, kann ich die andere Zeit geben oder werfe ich ihm hinterher vor: „Du hast mir keinen guten Preis gemacht“. Vielleicht passiert es dann, auch dass man sich klar wird, wenn ich das Auto jetzt kaufe und dann fällt der Motor aus, dann schäme ich mich vielleicht. Darüber muss vorher gesprochen werden: wie die Beziehung und dieser Deal dann zusammenpassen. Denn eines muss immer klar sein: Beziehung ist wichtiger als das Geld, wenn die Freundschaft länger dauern soll. Denn Freundschaften machen glücklich und erfüllen einen.

[AK]: Und Beziehungen haben auch einen ganz großen Stellenwert in deinem Buch, darüber sprichst du immer wieder. Du bist seit über 30 Jahren Verhandlungsexperte, was ist denn die wahre Kraft des Verhandelns, von der du immer sprichst?

[JK]: Die wahre Kraft des Verhandelns ist, dass wenn ich meine Emotionen und die des Gegenübers verstehe, dann bin ich in der Lage die richtigen Worte zu finden, die berühren. Somit kann ich Ziele erreichen, die vielleicht gar nicht bis dahin erreichbar schienen – d.h. ich kann über die Limits der normalen Verhandlung hinausgehen, darüber, was die meisten Menschen sich vorstellen können.

Es geht mehr. In allen Beziehungen. Es ist überraschend, wie viel geht. Ich bin immer wieder auch selbst überrascht darüber, was geht, wenn man sich traut, wenn man authentisch bleibt, mit sich unterwegs ist, mit sich im Kontakt ist, und mit dem Gegenüber im Kontakt ist. Das ist die wahre Kraft von Verhandlungen.

[AK]: Du sagst auch, egal, worum es geht: Krisenmanagement, Change-Management, Fusionen, Innovationen und Produktentwicklungen – wir brauchen Vereinbarungen, die nachhaltig sind und Menschen, die für ein menschlicheres Business einstehen. Was genau sind das für Vereinbarungen?

[JK]: Nein, die Frage ist, wie die Vereinbarungen geschlossen werden. Das was Beziehungen nachhaltig zerstört, ist Machtmissbrauch. Dieser Machtmissbrauch ist aber so alltäglich, dass viele Leute gar nicht mehr wissen, wie es ohne geht. Und in diesem Zusammenhang würde ich fast formulieren: Machtmissbrauch ist das, was entsteht, wenn ich ohne Respekt verhandle oder mit mangelndem Respekt verhandle.

Jetzt müsste man lange über das Wort Respekt sprechen, aber im Prinzip fängt es da an wo jemand anderes die eigene Grenze anfängt zu ziehen oder sich falsch behandelt fühlt oder nicht respektiert fühlt. Und respektvoll aufeinander zuzugehen, bedeutet langsam und achtsam aufeinander zuzugehen und vielleicht auch – um so ein ungewöhnliches Wort mit einzuführen – den anderen liebevoll behandeln.

[AK]: War das auch der Grund, dass du das Buch geschrieben hast? Weil du das selbst aus Erfahrungen kennst, diesen Machtmissbrauch? Hat dich das auch angetrieben, dieses Buch zu schreiben?

[JK]: Dieser Machtmissbrauch ist etwas, das mich schon als jungen Menschen umgetrieben hat. Ich mag das nicht, diese übergriffigen Arten von Leuten, die heute gang und gäbe sind. Das fängt an bei meiner Patentante, die auf den Mund küsst, obwohl man’s gar nicht haben will – das ist auch Machtmissbrauch, da kann man zwar drüber lachen, „ist doch nicht so tragisch, ich lebe trotzdem noch“, aber eigentlich ist es Machtmissbrauch. Sie nutzt ihre Stellung als Patentante aus und hofft, dass ich eben nicht „nein“ sage.

Ihr Bedürfnis hat nichts mit mir zu tun. Als ich alt genug war, habe ich ihr das auch lange verweigert, und kurz vor ihrem Tod, da habe ich ihr den Kuss freiwillig gegeben, von Herzen. Und dann habe ich gesehen, dass sie geweint hat. Es braucht also Empathie und Mitgefühl, um zu verhandeln.

[AK]: Du stellst auch immer wieder diese Fragen, bei denen die Antworten erst im Buch zu finden sind. Z.B.: Wie können wir nährende Beziehungen pflegen? Verrätst du uns dazu vorab schon mal einen Tipp, wie du selbst deine Beziehungen nachhaltig pflegst?

[JK]: Ich versuche, mir mehr Gedanken darüberzumachen, wo der andere steht. Was sind seine Bedürfnisse. Ich versuche die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen und sie dann, sobald ich kann, in die Lösung mit einzubauen. Es ist so einfach.

[AK]: Hört sich einfach an, und gut.

[JK]: Einfach heißt aber nicht leicht. Für mich ist da ein ganz großer Unterschied. Nicht alles, was sich einfach anhört, ist leicht umzusetzen. Schon gar nicht, wenn ich nur „ich, ich, ich“ denke. Wenn ich wirklich Lösungen finden will, die für beide Seiten passen, dann muss ich mir auch überlegen: Wie geht es dem anderen, was hat der für Bedürfnisse und wie kann ich diese befriedigen? Und wenn ich zu dem Schluss komme, dass ich die nicht befriedigen will, dann muss ich eben die Beziehung beenden.

[AK]: Hmm, also diese Konsequenz hat es dann schon?

[JK]: Ja, es gibt manchmal auch die Machtspiele, wenn jemand merkt, „oh der ist nicht in der Lage die Beziehung zu beenden, dann wollen wir mal schauen, wie wir ihn weiter quälen können, dass er meine Erwartungen weiter erfüllt. Und dann haben wir in einer Beziehung relativ schnell ein Machtspiel. Bei den meisten Ehen ist das so, oder auch in privaten Beziehungen.

[AK]: Und das ist aber auch übertragbar auf Verhandlungen im Business, oder?

[JK]: Immer. Das ist gar nicht mal so sehr unterschiedlich. Manche Leute im Business wünschen sich Freunde, und vergeben dafür dann Aufträge und wundern sich dann, wenn sie keine Aufträge mehr vergeben, dass die Freunde weg sind.
Oder ich sag mal, man pflegt einen großen Freundeskreis, man macht immer schön am Wochenende Party für alle, bezahlt alles und dann wundert man sich, wenn man das nicht mehr tut, dass dann plötzlich keiner mehr da ist. Das waren dann eben keine Beziehungen, sondern das war ausnutzen. Man könnte auch sagen: Machtmissbrauch. Ich habe gespürt, dass der andere bedürftig ist auf einer Ebene, und hol mir das, was ich dafür haben will, aus Egoismus. Das ist keine echte Beziehung. Eine echte Beziehung bedeutet, dass ich achtsam bin.

[AK]: Was wünschst du dir, mit diesem Buch zu erreichen?

[JK]: Mein Wunsch wäre, einen Tsunami auszulösen, dass irgendwelchen Leuten mal ein Licht da oben angeht, wie sie ihre Macht permanent missbrauchen. Dass sich diese Kunde wie ein Lauffeuer verbreitet. Das war alles.

[AK]: Ok, ich habe noch auf etwas gewartet, aber das war sehr auf den Punkt gebracht! Kannst du noch mal ganz kurz zusammenfassen, um was es in deinem Buch geht, so ganz kurz und knapp?

[JK]: Ja, ich glaube, ich habe da das Bild eines Buffets, ich versuche Dinge hochzubringen, die die Leute nur unbewusst wissen. Es ist eher so Verhandeln mit gesundem Menschenverstand, ein paar Methoden, ein paar Zusammenhänge aufzeigen, die den meisten Leuten abhandengekommen sind – offensichtlich, weil sonst würden sie sich nicht so gedankenlos verhalten. Das heißt nicht, dass ich immer nur für „Friede, Freude, Eierkuchen“ bin – nein, ich bin auch dafür, dass man Konflikte sauber austrägt, aber eben sauber, man muss konfliktfähig sein.
Und dass dieses Buch sozusagen eine Vielzahl von Details zusammenträgt, die insgesamt dazu beitragen können, das Verhandeln dann doch auf eine ganzheitliche Betrachtungsweise zu ziehen. Es ist wichtig, dass ich eben weiß, was sind die Unterschiede, wenn ich mit einem Geiselnehmer verhandle, oder was ist ein Unterschied, wenn ich mit meinem Partner, mit dem ich ein Leben lang zusammenbleiben möchte, verhandle. Dass ich auch erkenne, wann der andere seine Macht missbraucht und dass ich mich entsprechend auch ggf. dagegen abgrenzen kann. Ja, das ist so das Wichtige.

[AK]: Ein spannendes Thema, ein spannendes Buch – Geld und Glück verhandeln. Ich sage nur die WeMakeIt-Crowdfunding-Kampagne läuft weiterhin. Ich freu mich, mit dir das Interview geführt zu haben und hoffe, dass du ganz viele Unterstützer bekommst für dein großartiges Buch, es ist wirklich toll Verhandeln menschlicher zu gestalten, und ich wünsche dir ganz viel Erfolg dabei!

[JK]: Dankeschön.

[AK]: Vielen Dank.
Hier geht es zur Wemakeit Crowdfunding Kampagne:

Projektmanagement: Ribanna Dittrich
Interview | Redaktion: Andra Kokott
Text & Copywriting: Johanna Gramacho

der 21.Juni 2021

Geld und Glück Update.

3172 €

3172 € wurden bereits bei meiner Crowdfunding Kampagne für mein Buch gesammelt. Ich danke von Herzen und freue mich riesig auf weitere Unterstützung. Denn mein Herzensanliegen ist es, Verhandlungen zukünftig menschlicher zu gestalten.

Hier mein Buch Geld und Glück verhandeln unterstützen:

Vertrauen macht verletzlich

der 18.Juni 2021

Vertrauen macht verletzlich. Es lohnt sich aber! Hier ein Auszug aus meinem neuen Buch: Geld und Glück verhandeln zum Thema: Vertrauen.

Mit dem Vertrauen ist es wie mit der Luft zum Atmen, man merkt erst, wie wichtig es ist, wenn es in einer Beziehung fehlt.

Vertrauen ruht auf vier Pfeilern.

Pfeiler 1 – Frühindikator Wohlwollen:
Wie viel Wohlwollen schenken Sie jemandem? Oder: Wie viel Wohlwollen bringen Sie Menschen überhaupt entgegen?

Pfeiler 2 – Fachkompetenz:
Weiß Ihr Gegenüber, wovon er redet, oder haben Sie Gründe, an seiner Kompetenz zu zweifeln?

Pfeiler 3 – Integrität:
Ist der Kern von Vertrauen und lässt sich am einfachsten beschreiben mit walk your talk oder den Worten Taten folgen lassen bzw. seine Vereinbarungen einhalten.

Pfeiler 4 – Transparenz:
Transparenz ist eine wichtige Säule von Vertrauen. Wie transparent gestalte ich meine Argumentation für das Gegenüber, damit er versteht, warum ich eine bestimmte Entscheidung treffe. Dadurch verstehen wir uns gegenseitig besser und Sie können Ihr Gegenüber besser einschätzen. Transparenz wird erst gegeben, wenn wir schon vertrauen. Insofern zeigt Transparenz die Grenzen einer Beziehung und ist ein direkter Gradmesser für das Vertrauensniveau