Spüren Sie Ihre Schwingung!

Persönliche Wirkung, Verhandlungstipps

von Jörg Köck | September 2020

Nach Lektüre des letzten Beitrags haben Sie begonnen, auf die Veränderungen Ihrer Stimme zu achten, die abhängig von Ihrer sozialen Rolle eintreten. Heute beginnen wir mit drei kurzen Übungen,ein tieferes Gefühl für unsere Stimme zu entwickeln und gezielt Einfluss auf sie zu nehmen.

Ziel ist es, dem Kommunikationspartner durch unsere Stimme eine akustische Begegnungsfläche zu bieten.Diese Fläche sollte groß genug sein, damit Ihr Gesprächspartner sich angesprochen fühlt – damit Sie beide eine „gemeinsame Wellenlänge“finden.

So wird beispielsweise oft eine sonorere Stimme als angenehmer und kompetenter empfunden. Es wird aber nie darum gehen, tiefer oder herunter gedrückter zu sprechen. Vielmehr gilt es, Ihre individuelle Schwingungsqualitätzu finden. Doch wie finden wir diese?

Ihre Stimme entsteht, indem Luft von den Lungen aus durch den Hals in Richtung Mund transportiert wird. Im Hals bewegen sich dann die Stimmbänderso lange in diesen Atemstrom hinein, bis dieser sie in Schwingungversetzen kann.

Übung 1:

Testen Sie diesen Vorgang für sich: Sie machen ein „hhhaa“, als wenn Sie gerade eine freudige Erkenntnis hätten! Solange ihr „h“ dauert, gibt es nur ein rauschendes Geräusch. Sobald das „a“ beginnt, beginnt der Schwingungsvorgang der Stimmbänder.

Diese Schwingung wird weiter transportiert und wirkt über die Hohlräume in Ihrem Schädel als Resonanzkörper nach. Zusätzlich schwingen Ihr Jochbein und Ihre Schädelknochen mit – wenn Sie das zulassen.

Das beste Kriterium für die PräsenzIhrer Stimme ist nicht, wie Sie sich hören, sondern dass Sie Ihre Stimme spüren.Genauer gesagt: dass Sie die Auswirkungen der Schwingungen Ihrer Stimmbänder im Kopf spüren.

In unserer Sprache haben wir Lautgruppen, die Ihnen bei diesem Spürvorgang helfen: die sogenannten Klinger. Klinger nennt man Laute wie „m“, „n“ und „ng“.

Übung 2:

Wenn Sie ein „m“ erzeugen mit der Vorstellung, etwas schmeckt ihnen gut, und wenn Sie dabei kauen, werden Sie dieses „m“ an Ihren Lippen und im Mundraum spüren: Es vibriert.
Verstärken Sie dieses „m“ mit Nachdruck, könnten Ihre Lippen sogar anfangen zu kitzeln. Kauen Sie dabei mit geschlossenem Mund, wird der Klang erlebbar.

Die Intensität der Schwingungen nimmt zu, wenn Sie bei geschlossenem Mund und gleichbleibendem Druck Ihren Unterkiefer nach unten öffnen! Testen Sie, wie intensiv Ihr Stimmklang werden kann!

Diese einfache Übung zur Erforschung und Erweiterung Ihres eigenen Stimmklangs hilft Ihnen sogar bei leichter Heiserkeit oder Erkältung: Versuchen Sie einfach, mit wenig Anstrengung und mit der ausschließlichen Konzentration auf Ihr Stimmgefühl an den Lippen, zu summen. Das entspannt die Stimmbänderdeutlich. Und solange Ihnen dieses Schwinggefühl an den Lippen bleibt, werden Sie nicht komplett heiser werden.

Mit etwas Übung lässt sich Heiserkeit ganz vermeiden.

Übung 3:

Testen Sie nun die Entwicklung Ihres Klanges mit einem „n“! Hier haben Sie die Möglichkeit, die Resonanz Ihres Stimmklangs bis zur Schädeldecke zu spüren: Sie drücken Ihre Zungenspitze an den oberen Gaumen, summen dieses „n“ und nicken ganz leicht mit dem Kopf nach vorne.
Das Gefühl könnte sein, als ob sich die Schwingung Ihrer Stimme bei vorgeneigtem Kopf mehr in Ihrer Stirn verteilt.

Wiederholen Sie diese Erfahrungen regelmäßig! Experimentieren Sie mit den Klingern und entwickeln Sie ein Gespür für Ihren Klang! Lernen Sie Ihre Stimme zu spüren, um sie im nächsten Schritt gezielt zu entwickeln!

Viel Spaß und Erfolg!

Über den Autor

Jörg Köck

... ist seit fast 20 Jahren selbstständiger Unternehmensberater, Trainer und Coach und seit sechs Jahren Geschäftsführer der BETTER SOLUTIONS Coachingconsulting GmbH. Zuvor arbeitete er in Fach- und Führungspositionen im Einkauf von Maschinenbauunternehmen. Sein Schwerpunkt in Training und Beratung liegt im Verhandeln und Herstellen von tragfähigen Vereinbarungen – in Management, Einkauf und Teambuilding.

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